Fatales Doppelspiel von Kleiner Zeitung und SPÖ Kärnten

Offener Brief an die Kleine Zeitung

An die
Kleine Zeitung
Chefredaktion
Funderstraße 1 a
9020 Klagenfurt

Klagenfurt am Wörthersee, am 4.12.2012

Offener Brief

In Kärnten nur ja nichts zulassen, was sich entwickeln könnte!

Fatales Doppelspiel von Kleiner Zeitung und SPÖ Kärnten

Sehr geehrte Chefredaktion!
Ihre einseitige negative Berichterstattung über die geplante Medizin-Universität in Klagenfurt veranlasst mich zu diesem „Offenen Brief“.
Es ist völlig absurd: auf der einen Seite beklagen Sie einen Mangel an politischen Initiativen für das Land und rufen Ihre LeserInnen auf, positive Ideen für Kärnten zu finden, wird aber auf der anderen Seite ein zukunftsweisendes Projekt, wie eine private Medizin-Universität vorgestellt, schreiben sie dieses in Grund und Boden. Ganz nach dem Motto: Wenn einer ein Lichtlein anzündet, sind Sie im Verein mit anderen hurtig zur Stelle, um es auszublasen.

Die Strategie ist klar: Die „Kleine Zeitung“ hat in Kärnten längst die Rolle eines kritischen medialen Beobachters mit einer Distanz zu den politischen Parteien aufgegeben. Ihr einziges Ziel liegt darin begründet, dass die FPK als politisch stärkste Kraft in Kärnten abgelöst wird.

Im Fall der Medizin-Universität in Klagenfurt kommt noch ein weiteres Motiv hinzu: Die Kleine Zeitung hat ihren Sitz in Graz. Dort sehe man es nicht gerne, wenn sich im Nachbarbundesland eine private Medizin-Universität neben der traditionellen medizinischen Fakultät in Graz etablieren könnte. Der Standort Kärnten/Klagenfurt sollte maximal als „Anhängsel“ derselben fungieren dürfen.

Hier entwickelt sich ein fatales Doppelspiel der Styria Media Group als Eigentümerin der Kleinen Zeitung mit der SPÖ Kärnten, die ja verzweifelt bestrebt ist, ja nichts zuzulassen, was von der FPK kommt und was sich positiv entwickeln könnte.

In dieser Allianz zwischen dem Styria-Verlag und der SPÖ Kärnten verspürt man leider einen mutlosen und provinziellen Geist, der Kärnten nicht weiterhelfen wird.

Die Argumente in der Berichterstattung werden so aufbereitet, dass ein negativer Gesamteindruck entstehen könnte. Die Kosten für die geplante Medizin-Universität werden gleich für zehn Jahre hochgerechnet. Die Vorteile aus strategischer Sicht, die sich durch eine Medizin-Universität u.a. für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft des Landes ergeben könnten, werden gleich gar nicht erwähnt. Die Umwegrentabilität, die sicher unbestritten ist, ist für ein kleines Bundesland wie Kärnten unbezahlbar.

Als Tüpfelchen auf dem i wird noch angedeutet, ich hätte als Sozialreferent im Sozialbereich Gelder für die geplante Universität eingespart, wobei natürlich unter den Tisch fällt, dass ich auch Bildungsreferent bin und dabei versuche, für die Zukunft des Landes Initiativen zu setzen.
Diese Polemik (sinngemäß: „er nimmt den Armen etwas weg, damit die Reichen studieren können“) ist aber so simpel und armselig, dass man frei nach Goethe feststellt: …und wenn der Artikel auch die Absicht hat, den Freunden wohl zu tun, so fühlt man Absicht, und man ist verstimmt.

Natürlich wird den Lesern der „Kleinen Zeitung“ auch vorenthalten, wie widersprüchlich und destruktiv die Haltung der SPÖ ist: ein paar Kilometer weiter in Salzburg hat dieselbe Partei eine ganz andere Haltung. Die dortige Landeshauptfrau Gaby Burgstaller – prominente Vertreterin der SPÖ - zählte zu den Proponenten der dortigen Privat-Medizin-Universität und fungiert seit Jahren als deren Stiftungsvorstand.

Die Salzburger Privat-Uni bildet seit acht Jahren höchst erfolgreich Ärzte aus, und rund um sie erfolgte eine Aufwertung des LKH Salzburg zur Universitätsklinik, an der jährlich hochkarätige medizinische Kongresse stattfinden.

In Salzburg gelingt das, weil es dort keine Zeitung gibt, die, wie die „Kleine“ in Kärnten, Projekte von Haus aus „tot zu schreiben“ versucht und weil dort auch die führenden politischen Kräfte zumindest bei der Privatuniversität kooperieren.

Zum Abschluss möchte ich nur anregen, zu überlegen, ob diese Herangehensweise an verschiedene Themen der Kleinen Zeitung in Kärnten dem Land, den Lesern und ihr selbst etwas bringen wird.



Mag. Christian Ragger
Landesrat